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Liebe Kolleginnen
und Kollegen,
am
6. Und 7. März 2012 werden in allen Schulen und Seminaren
die Personalratswahlen stattfinden: Der Schulpersonalrat bzw.
Seminarpersonalrat wird für jede einzelne Schule bzw. für
jedes einzelne Seminar gewählt. Die Schulbezirkspersonalräte
werden für die vier Regionalabteilungen der Niedersächsischen
Landesschulbehörde gewählt. Der Schulhauptpersonalrat
wird für das Kultusministerium gewählt.
Kandidatinnen
und Kandidaten des VNL/VDR kandidieren auf allen drei Ebenen in den Fachgruppen
Realschule, Oberschule und Gesamtschule. Dabei gehen wir mit
dem ebenfalls dem Niedersächsischen Beamtenbund angehörenden
VBE Listenverbindungen ein.
Für den VNL/VDR hat eine spürbare Absenkung der enorm
gewachsenen Belastungen der Lehrerinnen und Lehrer erste Priorität.
Es muss aufhören, dass alle Reformen und Reförmchen
prinzipiell auf Kosten und zu Lasten der Lehrkräfte vor
Ort durchgeführt werden.
Als Erfolg der letzten Jahre können wir beispielsweise das
Zurückfahren der Schulinspektion verbuchen. Unser ständiges
am Ball bleiben in diesem Punkt hat Früchte
getragen. Wir wissen von vielen Kolleginnen und Kollegen, dass
sie dies begrüßen. Niemand lehnt die Schulinspektion
ab, aber als zusätzliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
für Lehrerinnen und Lehrer war sie völlig überflüssig.
Auch massiver Gegenwind vom Landeselternrat und anderen Interessenvertretungen
hat den VNL/VDR nicht davon abgehalten, für eine abgespeckte
Schulinspektion zu votieren. Die jetzt gefundene Kompromisslösung
bringt den Betroffenen Entlastung. Und das ist gut!
Niemand wird bestreiten, dass die Arbeitsbelastung der Kollegien
seit Einführung der eigenverantwortlichen Schule erheblich
gewachsen ist. Wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen,
an dem die außerunterrichtlichen Verpflichtungen bei vielen
Lehrkräften schon zu Lasten des Kerngeschäfts Unterricht
gehen. Das wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht. Und sie
haben Recht!
Die Personalvertretungen an der eigenen Schule, in den Regionalabteilungen
und im Ministerium müssen verhindern, dass an dieser Schraube
ständig weiter gedreht wird. Der VNL/VDR fordert deshalb
eine deutliche Absenkung der Arbeitszeit im Sekundarbereich I.
Unser Ziel ist eine Vereinheitlichung der wöchentlichen
Unterrichtsverpflichtung auf 23,5 Stunden.
Daneben ist die Klassengröße für uns Lehrkräfte
ein wesentliches Kriterium. Die maximale Schülerzahl muss
25 sein. Die Mogelpackung Klassengröße in der Oberschule
muss nach unten korrigiert werden.
Nicht zu letzt muss die Besoldung angehoben werden. A13 für
alle Lehrkräfte im Sekundar-I-Bereich ist unumgänglich.
Die neue Schulform Oberschule beschäftigt uns massiv. Den
Wunsch vieler Schulträger, vor Ort ihre Schule zu erhalten,
können wir nachvollziehen. Allerdings wird die Oberschule,
wenn sie erfolgreich sein soll, auch ein gymnasiales Angebot
vorhalten müssen.
Wir setzen uns überall dort, wo es genügend Schülerinnen
und Schüler gibt, dafür ein, dass Hauptschulen und
Realschulen erhalten bleiben. Wir sehen aber durch die Oberschule
die Chance, Schulstandorte zu erhalten. Allerdings darf die Oberschule
nicht als Sparschwein missbraucht werden. Die versprochenen 25,5
Stunden Unterrichtsverpflichtung müssen für alle dort
unterrichtenden Lehrkräfte gelten. Die zusammengelegten
Haupt- und Realschulen in einem Schritt zu Oberschulen zu machen,
die Arbeitszeit der Lehrkräfte aus Kostengründen nach
Oberschul-, Hauptschul- oder Realschuleinsatz über Jahre
zu trennen, lehnen wir ab. Wir werden die Rechtmäßigkeit
gerichtlich klären lassen. Die versprochenen Stellen für
die Didaktische Leitung und die Sozialpädagogen müssen
geschaffen und bezahlt werden. Wir werden unser Augenmerk darauf
richten. Gleichzeitig fordern wir eine Didaktische Leitung und
mindestens einen Sozialpädagogen für jede Realschule
und für jede Hauptschule. Welchen Grund gibt es, diese Schulen
schlechter zu stellen?
Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass ein Lehrerverband
gerechtfertigte Forderungen auch dann noch ständig wiederholen
muss, wenn er als ewig Gestriger oder Traumtänzer
tituliert wird. Die Wiedereinführung des Realschullehramts
belegt diese These.
Zusammen mit dem Beamtenbund machen wir uns dafür stark,
dass Weihnachts- und Urlaubsgeld wieder gezahlt werden. Die wieder
eingeführte Altersteilzeit ist richtig und als Erfolg zu
werten. Die Konditionen müssen allerdings noch nachgebessert
werden. Eine Flexibilisierung der Arbeitszeit erscheint uns sinnvoll.
Doch müssen dabei die erdienten Ruhegehaltssätze Grundlage
der Pension sein. Flexibel sollte auch die Arbeitszeit der jüngeren
Kolleginnen und Kollegen gestaltet werden können.
Die Einführung der Inklusion wird vom VNL/VDR mitgetragen.
Dabei verliert er aber nicht die berechtigten Interessen der
Lehrkräfte aus den Augen. Es reicht bei weitem nicht, wenn
der Schulträger bauliche Maßnahmen trifft, die für
die behinderten Kinder unumgänglich sind. Das Geschehen
im Klassenraum, in dem Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam
unterrichtet werden, muss beiden Seiten gerecht werden. Eine
Lehrkraft alleine kann das nicht leisten. Zuerst müssen
die Bedingungen stimmen. Alles andere ist Flickschusterei, die
wir im Interesse aller Beteiligten ablehnen.
Das Gleiche gilt auch für die Ganztagsschule. Eine Ausweitung
auf den Nachmittag kostet Geld, das in hinreichender Menge vorhanden
sein muss. Unsere Personalvertreterinnen und vertreter
werden sehr genau darauf achten, dass keine Kollegin und kein
Kollege in einer rechtlichen Grauzone arbeitet. Ein altes Sprichwort
sagt: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.
Das gilt auch für die Ganztagsschule. Wenn sie gesellschaftlich
gewollt ist, muss sie aus Steuermitteln voll finanziert werden.
Als Landesvorsitzender des VNL/VDR habe ich zwei Bitten an Sie:
Nutzen
Sie Ihr Wahlrecht.
Wählen Sie VNL/VDR.
Auf uns können Sie sich verlassen.
Manfred Busch,
Landesvorsitzender
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Verantwortlich i. S. d. Presserechts:
Manfred Busch, Landesvorsitzender, 29315 Hermannsburg |