Presse: Inklusion an Niedersachsens Schulen läuft noch immer nicht rund

Presse: Inklusion an Niedersachsens Schulen läuft noch immer nicht rund

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR sieht gerade auch im Sekundar-I-Bereich noch großen Handlungs- und Unterstützungsbedarf bei der Umsetzung der Inklusion. „Die Inklusion an Niedersachsens Schulen läuft noch immer nicht rund“, so Manfred Busch, VNL/VDR-Landesvorsitzender als Reaktion auf die recht optimistisch klingende Presseerklärung der Kultusministerin Frauke Heiligenstadt vom heutigen Tage. Auf einer Tagung in Verden wurde das Zwischenergebnis der wissenschaftlichen Begleitung der inklusiven Bildung in Niedersachsens Grundschulen vorgestellt.

Die sowohl positiven als auch die negativen Erkenntnisse aus dieser ersten wissenschaftlichen Begleitung können zweifelsohne auch auf den Sekundar-I-Bereich übertragen werden. Insbesondere macht den Lehrkräften im Sekundar-I-Bereich die praktische Umsetzung der Inklusion wegen oft fehlender Unterstützung durch Sonderpädagogen und pädagogische Mitarbeiter arg zu schaffen. Der VNL/VDR fordert daher erneut die Einrichtung von festen Planstellen für Sonderpädagogen an allen Schulformen, nicht nur an ausgewählten Gesamtschulen.

Auch wird durchgängig Unterstützungspersonal an allen Schulen benötigt. Die Lehrkräfte vor Ort sind oftmals auf sich allein gestellt und damit überfordert. „Diese Überforderung führt zu einer nicht hinnehmbaren Überbelastung der Lehrerkollegien durch die Inklusion, da hilft auch die durchaus grundsätzlich positive Grundeinstellung vieler Lehrkräfte zur Inklusion nicht“, so Busch.

Der VNL/VDR fordert von der Kultusministerin neben mehr Sonderpädagogen und Unterstützungspersonal an allen Schulformen eine effektivere Lehrerfortbildung im Bereich der Inklusion. Theorie und Praxis klaffen oftmals noch sehr auseinander, wenn sehr unterschiedliche Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht zusammentreffen.

„Neben dem hochbegabten Kind soll das lernbehinderte und das emotional-sozial auffällige Kind mit dem ‚normal‘ begabten Kind und dem noch nicht gut deutsch sprechenden und verstehenden Flüchtlingskind schülergerecht optimal gefördert und gefordert werden. Darauf sind die meisten Lehrkräfte in Niedersachsen in ihrer Ausbildung nicht vorbereitet worden. Hier besteht großer Nachholbedarf“, so Busch abschließend.

Hannover, den 20. Oktober 2016

Verantwortlich i. S. d. Presserechts:
Manfred Busch, Landesvorsitzender, 29315 Hermannsburg

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