Vertreterversammlung in Melle: Entscheidung der Kultusministerin Heiligenstadt begrüßt

Vertreterversammlung in Melle: Entscheidung der Kultusministerin Heiligenstadt begrüßt

Spürbare Entlastungen für alle Lehrkräfte gefordert - Attraktivität des Lehrerberufs steigern

Die Delegierten der 26. Vertreterversammlung des Verbands Niedersächsischer Lehrkräfte – VNL/VDR in Melle begrüßen die heutige Entscheidung der Niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, in einer neuen Landesregierung nicht mehr als Kultusministerin zur Verfügung zu stehen. Damit macht sie den Weg frei für einen Neuanfang in der niedersächsischen Schulpolitik.

Der VNL/VDR hat von einer neuen Landesregierung spürbare Entlastungen für alle Lehrkräfte in naher Zukunft gefordert. Die kontinuierlich gestiegenen Belastungen an den Schulen haben zu Unmut und Frustration geführt. „Die Zeit des Herumlavierens muss ein Ende haben. Es darf nicht sein, dass die Lehrkräfte vor Ort die manches Mal gut gemeinten, aber auch nicht immer sinnvollen und mangelhaft umgesetzten Reformen ausbaden müssen“, so Torsten Neumann, VNL/VDR-Landesvorsitzender.

Heftige Kritik an der Umsetzung der Inklusion an Niedersachsens Schulen ist von den Delegierten der Vertreterversammlung gekommen. Man hat den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. Es fehlen an den meisten Schulen ausreichend Förderschullehrkräfte. Diese dürfen nur an einer und nicht an verschiedenen Schulen eingesetzt werden. Der vor der Landtagswahl eingeschlagene Weg, pädagogisches Unterstützungspersonal an Niedersachsens Schulen einzustellen, muss konsequent fortgesetzt werden - und zwar zügig. Der Stellenbedarf ist ein sehr großer, wenn in Schulen eine spürbare Entlastung erfolgen soll.

Sorgen bereitet dem Verband der deutlich spürbare Leistungsverlust an unseren Schulen. Der jüngst veröffentlichte IQB-Bildungstrend-2016-Bericht hat die Verbandsauffassung bestätigt, dass eine große Anzahl von Grundschülerinnen und Grundschülern mit unzureichenden Kompetenzen in Deutsch und Mathematik in die weiterführenden Schulen kommen. Der VNL/VDR fordert von einer neuen Landesregierung das konsequente Handeln, die stete Abwärtsentwicklung im Kompetenzniveau an den Schulen zu stoppen und diese umzukehren.

Der VNL/VDR beklagt weiterhin die mangelnde Attraktivität des Lehrerberufs in Niedersachsen. Eine neue Landesregierung muss deshalb endlich das Problem der Lehrerbesoldung anpacken. Der VNL/VDR fordert eine Besoldung mindestens nach A13 für alle Lehrkräfte. Nur so können neue Lehrkräfte in Niedersachsen für die Zukunft gewonnen und die bereits im Dienst befindlichen Lehrkräfte gerecht entlohnt werden. „Nach wohlklingenden Wahlkampfreden müssen jetzt konkrete dauerhafte Maßnahmen erfolgen. Den Lehrkräften steht das Wasser nicht nur bis zum Hals, sondern sie fangen an zu ertrinken“, warnt Neumann abschließend.

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