VNL/VDR zur Regierungserklärung des Ministerpräsidenten

VNL/VDR zur Regierungserklärung des Ministerpräsidenten

Konkrete Taten statt Aktionismus und schöner Worte gefordert
Chancen einer Großen Koalition nutzen

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR erwartet von der neuen rot-schwarzen Landesregierung, dass sie sich mit großem Engagement der Probleme im Schulbereich annimmt. „Wir haben genug schöne Worte gehört, auch in der heutigen Regierungserklärung unseres Ministerpräsidenten. Befragungen und Erhebungen zur Lage in den Schulen liegen genügend vor. Wir brauchen endlich Taten statt Aktionismus ohne große Folgen, wie wir ihn in der letzten Zeit von Rot-Grün verstärkt erlebt haben. Wir werden unseren Ministerpräsidenten und den neuen Kultusminister Grant Hendrik Tonne beim Wort nehmen“, so der VNL/VDR-Vorsitzende Torsten Neumann als Reaktion auf die erste Regierungserklärung des wiedergewählten Ministerpräsidenten Stefan Weil. Der VNL/VDR hofft, dass Niedersachsens Schulen von ideologischem Fahrwasser ferngehalten werden und ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich endlich in Ruhe weiterentwickeln zu können. Der vom Ministerpräsidenten angekündigte und vom VNL/VDR schon lange geforderte „Schulfriede“ darf daher keine leere Worthülse bleiben.

Niedersachsen soll sich immer stärker als ein Bildungsland profilieren – so der Ministerpräsident in seiner heutigen Regierungserklärung. Dazu bedarf es motivierter Lehrkräfte. Der VNL/VDR erwartet daher von der neuen Landesregierung, dass jetzt zügig spürbare Maßnahmen gegen die hohe Arbeitsbelastung im Lehrerbereich vorgelegt und umgesetzt werden. Erhebungen und Empfehlungen liegen durchaus vor. Dabei darf jedoch der Fokus nicht nur auf die Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien gelegt werden. Für die Schulen des Sekundar-I-Bereichs wie Ober-, Real-, Haupt- und Förderschulen liegen bislang keine belastbaren Untersuchungsergebnisse vor. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn diese Schulformen tragen die Hauptlasten in der Inklusion und Flüchtlingsbeschulung und unterrichten oftmals besonders schwierige Schülerinnen und Schüler.

Für Niedersachsens Zukunftsfähigkeit sind Bildung und Qualifizierung von herausragender Bedeutung – so der Ministerpräsident. Die neue Landesregierung will und muss deshalb zur Sicherung der Unterrichtsversorgung mehr Lehrkräfte einstellen, und eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent und mehr erreichen. Das begrüßt der VNL/VDR ausdrücklich. Hier bleiben jedoch die Ankündigungen auch in der Regierungserklärung noch sehr im Vagen, wie das bewerkstelligt werden soll. „Ohne eine sicht- und spürbare Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes wird das nicht klappen. Das bedeutet, dass alle Lehrkräfte mindestens nach A13 besoldet werden müssen, wenn die derzeitige Einstellungsmisere im Ober-, Real-, Hauptschul- und Primarbereich gestoppt werden soll“, so Neumann.

Neumann abschließend: „Der VNL/VDR wird die Arbeit der künftigen Landesregierung kritisch begleiten und auf Fehlentwicklungen weiterhin deutlich hinweisen. Wir sehen in der Großen Koalition durchaus Chancen, Schule nicht nur in ruhigeres Fahrwasser zu bringen, sondern sie auch qualitativ weiterzuentwickeln und schon lange bestehende Probleme wie die zu hohe Arbeitsbelastung der Lehrkräfte nachhaltig zu lösen. Das muss jedoch im Gespräch mit allen an Schule Beteiligten erfolgen. Der VNL/VDR bietet hier weiterhin seine konstruktive Mitarbeit an.“

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